Ein Jahr in den USA - Anja Zimmerbauer
Im Schuljahr 2024/25 hatte ich die Chance, ein Auslandsjahr in den USA zu verbringen. Es war eine Erfahrung, die mein Leben in vielerlei Hinsicht verändert und bereichert hat.
Ich lebte bei einer Gastfamilie in Amherst im Staat Wisconsin und besuchte dort die High School. Amherst ist ein eher kleinerer Ort mit 1,117 Einwohnern, in Central Wisconsin. Der Schulalltag war dort ganz anders organisiert als in Österreich: Der Unterricht dauerte täglich von 8 Uhr bis 15:20 Uhr – mit einer 30-minütigen Pause um 10:30 Uhr. Die Unterrichtseinheiten umfassten jeweils 90 Minuten. Man hatte täglich die gleichen vier Fächer – mindestens neun Wochen lang. Die Kurse änderten sich dann nach neun Wochen oder einem Semester. Ich konnte sie selbst auswählen und hatte zum Beispiel „Psychology“, „Forensic Science“, „Economics und Ceramics“. Mein Lieblingsfach war allerdings Geschichte.
Das Schulleben war stark von Sport und sonstigen Aktivitäten geprägt. Fnl (Friday Night Lights), also Football Games, waren das Highlight der Woche und wurden groß gefeiert. Die gesamte Schulgemeinschaft kam zu den Spielen, welche immer am Freitagabend stattfanden. Jede Woche wurde ein anderes Thema gewählt, jeder bzw. jede zog sich dann passend dazu an und feuerte das Team an. Im Herbst gab es auch die Möglichkeit, im Cross Country oder Volleyball-Team dabei zu sein. Ich habe beides ausprobiert und Cross Country hat mir deutlich mehr Spaß gemacht. Mein Lieblingssport war im Frühling Fußball. Mein Team bestand aus meinen engsten Freunden, was das tägliche Training noch einmal viel lustiger machte. Wir hatten Fußball immer direkt nach der Schule – mindestens zwei Stunden lang. Beeindruckt haben mich auch die School Events, wie etwa Homecoming, Winterformal, Prom und Dress-up days.
Auch das Leben in der Gastfamilie war spannend. Ich konnte viel über die amerikanische Kultur erleben, neue Traditionen kennenlernen und dabei Freundschaften schließen. Meine Gastfamilie bestand aus zwei Gastbrüdern, einer Gastschwester und meinen Gasteltern. Im Laufe der Zeit sind sie wie eine zweite Familie für mich geworden. Auch wenn mir der Abschied sehr schwer gefallen ist, bin ich unglaublich dankbar, dass ich nun weiß, dass ich immer ein zweites Zuhause haben werde ….
Rückblickend kann ich sagen, dass ein Auslandsjahr, egal wie schwer es manchmal auch ist, auf alle Fälle eine wertvolle Bereicherung darstellt. Es ist eine Chance, persönlich zu wachsen und sehr viel zu erleben. Es wird nicht immer alles perfekt sein, aber ich kann jedem/jeder, der/die diese Möglichkeit hat, nur raten, sie zu nützen. Man sammelt Erinnerungen für das Leben und lernt die Welt mit neuen Augen zu sehen.