Gmundner Keramik
Der Besuch erfolgte in Gmunden in der Keramikstraße 24. An diesem Standort befindet sich die Produktion, Ausstellung und ein Detailverkauf der „Gmundner Keramik“. Bei unserer Exkursion bekamen wir einen Einblick in den aufwändigen Herstellungsprozess der Keramikproduktion, wir konnten die beeindruckende Handwerkskunst hautnah erleben.
Insbesondere haben wir erfahren, was das Besondere an der „Gmundner Keramik“ ist. Jedes einzelne Stück geht während der Produktion durch ca. 60 Hände – von der ersten Formgebung bis zur finalen Veredelung.
Wir konnten den gesamten Herstellungsprozess, von der Aufbereitung der Rohmasse bis hin zum fertigen, verkaufsbereiten Kunstwerk, verfolgen.
Der gesamte Produktionsprozess wird mit handwerklicher Präzision ausgeführt und es entsteht eine hohe Qualität mit unverwechselbarem Charme.
Im ersten Schritt wurde uns die Herstellung der Masseaufbereitung erklärt.
Die Rohstoffe der Gmundner Keramikerzeugung sind Naturprodukte. Dafür wird gereinigte Erde in Pulverform (aus dem Westerwald in Deutschland) bezogen, die aus den drei Grundstoffen Kaolin, Quarz und Feldspat besteht. In der Masseaufbereitung werden nach geheimen Rezepturen die Rohstoffe zu einer flüssigen und einer festen Masse verarbeitet.
Weiters erfuhren wir, wie Gipsformen entstehen und wie gegossen wird.
Uns wurde die Entwicklung der Formen sowie die Herstellung der Formen, die aus Gips gefertigt werden, erklärt. In der Gießerei wird der sogenannte „Schlicker“, also der flüssige Ton, in die Gipsform gegossen und die weitere Verarbeitung erklärt.
Teller, Tassen und Schüsseln werden gedreht, dabei werden Tonstangen in Scheiben geschnitten und mit Druck gepresst. Es entstehen runde Formen. Eckige Teile, wie zum Beispiel die Sternschale, wurden in einer Form gepresst.
Wir sahen, wie Henkel angebracht werden und in weiterer Folge das „Garnieren“ erfolgt.
Wir konnten sehen, wie alle Einzelstücke per Hand gesäubert, entgratet, verschwammt und in Form gebracht wurden. Alle Henkel wurden von Hand extra angebracht. Wir haben erfahren, dass dieser Vorgang „Henkel garnieren“ heißt.
Glasur – Das weiße Gold:
Anders als bei Porzellan wird nicht transparent, sondern mit einer speziellen Weißglasur glasiert. Das gibt der Keramik diesen einzigartigen Tiefenglanz und das typische strahlende Weiß.
In Gmunden werden zwei Arten der Glasuraufbringung durchgeführt: die Tauchglasur und die Sprühglasur.
Bei der Tauchglasur wird das Geschirr mit einer Zange in einen Bottich mit Glasur getaucht.
Hingegen wird bei der Sprühglasur das Keramikstück auf einer Drehscheibe gedreht und die Glasur mit einer feinen Sprühpistole auf die Keramik gesprüht.
Die Malerei – das Herzstück der Manufaktur
Jeder kennt sie, die Design-Klassiker wie Hirsch oder Streublumen, oder auch das Design Herzerl, die von Hand mit Pinseln auf die Keramik gemalt werden.
Das typische Gmundner Grün ist Ergebnis einer aufwändigen und geheimen Rezeptur. Eine weitere Besonderheit: Beim Aufbringen der Farbe auf die Keramik erscheint das Gmundner Grün zuerst grau. Erst nach dem Brand ist die schöne kräftige Farbe zu sehen.
Feuer und Flamme: Das Brennhaus
Insgesamt wird die Keramik zwei Mal gebrannt. Der erste Brand – genauer gesagt der „Rohbrand“ – findet vor der Glasur statt. Beim zweiten Brand, also dem „Glattbrand“, wird die Keramik mit dem Dekor gebrannt.
Beide Brände haben eine Laufzeit von 16 Stunden. Die Temperatur in den Brennöfen beträgt zwischen 1020 und 1070 Grad.
Keramik selbst bemalen
Die Schüler:innen besuchten die Malwerkstätte und bemalten ihre ganz persönlichen Stücke „Gmundner Keramik“ als Unikate. Sie wählten Formen und verwandelten diese Rohformen in einzigartige Kunstwerke.
Die Schüler:innen haben diese Exkursion mit Interesse mitverfolgt. In der Malwerkstätte konnte man ihren Eifer und das Interesse an der Malerei sehen. Es war ein sehr erfolgreicher Tag.
Gerlinde Vojta